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Weitere Sorgen um Griechenland

Drucken 16.06.2011, 11:45 Uhr, Finanzrecht und Finanzpolitik
Weitere Sorgen um Griechenland bestimmen den Devisenhandel: Im Fall Griechenland gibt es diese Tage viel Ungelöstes. Von Griechenland selbst gerät das benötigte (zusätzliche) Hilfspaket aufgrund inländischer Proteste in Gefahr. Die Bevölkerung lehnt zusätzliche Sparmaßnahmen ab und auch politisch gibt es viele Widerstände. Am Sonntag wird der Ministerpräsident die Vertrauensfrage stellen. Sollte der aktuelle Ministerpräsident nicht das Vertrauen zurückgewinnen können, wäre dies ein großer Schritt zurück und könnte die Rettung Griechenlands zum Scheitern bringen. Ist sich Griechenland wirklich bewusst, wie ernst die Lage ist?

Die europäische Zentralbank machte die letzten Tage mit ihrer Position eindeutig klar, dass sie eine zwanghafte Beteiligung der Gläubiger vermeiden möchte? Warum? Die Ratingagenturen würden bei einer Beteiligung der privaten Investoren reagieren und dies als Zahlungsausfall werten. Infolgedessen würde Griechenland als zahlungsunfähig eingestuft werden, die griechischen Staatsanleihen würden das Rating „D“ erhalten. Dies wiederum hätte erhebliche Folgen für den Bankensektor im Land. Die Geschäfts-Banken würden keine Geldmittel mehr bei der EZB bekommen und könnten zusammenbrechen. Die EZB würde im Fall eines Defaults die Staatsanleihen nicht mehr als Besicherung akzeptieren. In der Not könnte die griechische Zentralbank zum letzten Rettungsanker greifen, der Emergency Liquidity Assistance (ELA). Über diesen Weg wäre es möglich an der europäischen Zentralbank vorbei an neue Liquidität zu kommen. Jedoch mit Folgen für das gesamte Euroland, denn dieser Weg gleicht einem Gelddrucken, wie wir es zeitweise bei Irland gesehen haben.

Bei all der Betrachtung kommt die Frage auf, ob es nicht sinnvoller wäre wenn Griechenland Pleite geht, oder ganz aus der Eurozone ausscheidet? Beide Lösungen sind jedoch ebenfalls mit erheblichen Kosten und Risiken für das komplette Eurosystem behaftet. Die wirtschaftlichen Folgen und die Folgen für Europa aufgrund der Ansteckungsgefahr wären unabsehbar.


Autor / Kontakt:
Herr Steffen Kappesser
Engelstadt
URL: http://www.steffenkappesser.de/

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